Weihnachtskonzert 2024
Wie in Mühlhausen seit langem Tradition, luden wir, der Musikverein Mühlhausen, am 25.12.2024 zu unserem Weihnachtskonzert in die weihnachtlich geschmückte Turn- und Festhalle in Mühlhausen.
Die Vorzeichen standen unter Abschied und Neuanfang, leider konnte dieser Neuanfang von unserer Dirigentin Miriam Aviles Zulueta aus persönlichen Gründen nicht wahrgenommen werden. So sprang stattdessen Martin Rempke kurzfristig als Dirigent ein und führte uns souverän durch die Konzertstücke.
Abschied deshalb, weil es das letzte Konzert der Jugendkapelle Eberhardzell-Ellwangen-Füramoos und Mühlhausen unter Ihrem langjährigen Dirigent Christian Fitz sein sollte.
Nach der Begrüßung durch unseren Vorstand Peter Branz konnte die gut gefüllte Halle auf ein spannendes Programm der beiden Kapelle hoffen. Begonnen hat die Jugendkapelle mit der „Fantasia di Natale“ von Luigi di Ghisallo alias Kees Vlak. Auf diesen vier traditionellen italienischen Liedern basiert die Komposition: „Canzone d’i Zampognari“, „Canto dei Pastori“, „Gesù Bambin L’e Nato“ und „Dormi, O Bel Bambin“. Der Tradition nach wird in Italien den ganzen Advent über viermal Weihnachten gefeiert, daher die vier Lieder. Das Stück „Circle of Life“ wurde von Sir Elton John für den Zeichentrickfilm König der Löwen geschrieben und von den Gästen mit viel Applaus bedacht. Das eher ungewöhnlich anmutende Konzertstück „Bugs“ von David Shaffer besteht aus den vier Sätzen Leuchtkäferchen, Weberknecht, Schmetterling und Ameisen. Den Titel kann man also je nach persönlicher Einstellung als Ungeziefer oder Nützlinge interpretieren. Mit „Das Junge Weihnachtskonzert“ beendete die Jugendkapelle ihren Programmteil thematisch stimmig. Die Komposition von Alfred Bösendorfer ist ein speziell für Jugendorchester konzipiertes Medley aus den vier Weihnachtsliedern „Kling, Glöckchen“, „Ihr Kinderlein kommet“, „Fröhliche Weihnacht überall“ und „Morgen kommt der Weihnachtsmann“.
Nach diesem abwechslungsreichen ersten Teil wurde es noch einmal emotional. Die Musiker der Jugendkapelle verabschiedeten sich nach 12 jähriger Tätigkeit von Ihrem Dirigenten Christian Fitz mit Geschenken und erinnernden Worten. Es waren 12 tolle Jahre.
Mit dem ideal zur Eröffnung eines Konzertes geeigneten symphonischen Werk „Ceremonic Festival“ von Martin Scharnagl eröffneten wir unseren Konzertteil. Choralartige Passagen wechseln sich mit Themen aus dem Bereich der Filmmusik ab. Der Komponist versteht es wie kaum ein Zweiter verschiedene Stile zu mischen und daraus etwas Neues zu kreieren. Als zweites Stück spielten wir Musiker eine Komposition von Carlos Marques namens „Cassiopeia“. Die schöne Frau eines äthiopischen Königs war nicht nur sehr schön, sondern im gleichen Maße eitel, was oft großes Unglück verursachte. In dem Werk des portugiesischen Komponisten sind daher viele verschiedene Stimmungen und Tempos zu hören. Im Mittelteil konnte sich unsere Saxophonistin Annika Rundel als bravouröse Solistin dem Publikum vorstellen.
Walter Engeser als Vertreter des Blasmusikkreisverbandes hatte die Ehre, langjährige, verdiente Musiker zu ehren. Er tat dies mit dem ihm eigenen Humor. Die ersten, die er mit der Ehrennadel in Bronze des Blasmusikverbandes Baden-Württemberg für 10 Jahre aktive Tätigkeit auszeichnen durfte, war Fähnrich Robert Haller und Tenorhornist Christof Reder. Doppelt solange dabei ist Michael Branz und ebenfalls bei den Tenorhörnern aktiv. Er erhielt für 20 Jahre aktive Tätigkeit die BVBW-Ehrennadel in Silber. Dieselbe Ehrung wurde auch Julian Kibler zuteil. Unser Trompeter erhielt ebenfalls die BVBW-Ehrennadel in Silber.
Alfred Branz kommt ebenfalls aus unserem Trompeten-Register, allerdings begann er seine Ausbildung bereits vor 50 Jahren. Für 50 Jahre aktive Tätigkeit erhielt er die Ehrennadel in Platin mit Urkunde des BVBW. Dieselbe Ehrung zu Teil wurde auch unserem weiteren Tenorhornist Alois Gaupp, genannt „dr Wiese“. Trotz der Arbeit in seiner Gastwirtschaft ist er einer unserer besten Probenbesucher. Ebenfalls für 50 Jahre aktive Tätigkeit geehrt wurde Eugen Birk. Unser inzwischen von der Trompete beim Bariton angekommener Vorstand hatte schon zahlreiche Ämter im Verein übernommen. Chronist, Kleiderwart, Beisitzer und Schriftführer, sowie stellvertretender Dirigent.
Für 10 Jahre aktive Vorstandstätigkeit wurde Isabelle Branz mit der Fördermedaille in Bronze mit Urkunde ausgezeichnet.
Mit einem der größten You-Tube-Hits überhaupt, dem chilligen „Havana“ von Camila Cabello, setzten wir das Konzert fort. Das Arrangement orientiert sich an dem bei Big-Bands üblichen Wechselspiel von verschiedenen Instrumentengruppen. Weil jeder Musiker den vom Schlagzeug-Register vorgegeben Latin-Beat lässig mit Kopf und Körper mitmachte, gelang es auch perfekt, den chilligen Sound zu erzeugen und den Funken auf das Publikum überspringen zu lassen.
Nach der Stärkungspause eröffneten wir unseren zweiten Konzertteil mit dem englischen Marsch „Wallingford“ des aus Berkheim stammenden Victor Schätzle. Schätzle verbindet in der Komposition, die den Namen der Bad Wurzacher Partnerstadt in England trägt, den typisch-englischen Marschrhythmus durch ein Choralmotiv mit der katholisch-oberschwäbischen Mentalität und deren Kirchenmusik. Mit südamerikanischen Rhythmen des von Latin-Jazz und Mambomusikers Tito Puente geschriebenen Liedes „Oye como va“ setzten wir Mühlhausener Musiker unser Konzert mit einer ganz anderen Art von Musik fort. Die Cover-Version des Rockmusikers Carlos Santana machte ihn 1970 weltberühmt.
„Für diesen Musikstil ist es typisch, dass neben den üblichen Instrumenten einer Rockband mehrere Schlagzeuger mit verschiedenen Schlaginstrumenten spielen, die sich mit verschiedenen Rhythmen überlagern, wodurch ein einzigartiger Groove entsteht. Unser Orchester wird in diesem Stück quasi zu einer sehr großen Big-Band, bei der Sie rockige Klänge mit einem kontrastreichen Wechselspiel unserer vielfältigen Instrumentengruppen hören können,“ fasste unsere ebenso charmant wie fachkundig die einzelnen Stücke ansagende Laura Haller das Besondere an dem Stück zusammen. Mit dem nächsten Stück wechselten wir von Süd- nach Nordamerika. Das Medley des legendären Pop-Duos Simon & Garfunkel umfasst die Hits „Bridge over troubled water , Mrs. Robinson, Sound of Silence und The Boxer“. Ein wunderbares Arrangement von Kurt Gäble, bei dem man die Musik einfach nur genießen konnte. Darauf folgte die „Perger Polka“. Im Jahre 2017 schrieb Kurt Gäble diese abwechslungsreiche, wunderschöne Polka im Auftrag eines Bauunternehmens für die oberösterreichische Stadt Perg. Mit der Sweet Bells Fantasy von Martin Scharnagl wollten wir Mühlhausener Musiker uns eigentlich verabschieden. Diese ist eine kreative Fantasie über das deutsche Weihnachtslied „Süßer die Glocken nie klingen“, dessen typisches Motiv wir in immer neuen Instrumentierungen präsentierten.
Als erste Zugabe spielten wir dann den Militärmarsch „Gruß an Kiel“ des sächsischen Militärkomponisten Friedrich Spohr. Mit dem vom Publikum fleißig mitgesungenen „Stille Nacht“ als traditioneller zweiter Zugabe verabschiedeten wir uns dann endgültig von dem tollen Publikum.
Dieses lies es sich auch nicht nehmen noch viele Stunden mit uns zu feiern und um 00:00 Uhr ein Geburtstagsständchen für unseren Matthias anzustimmen. Danach ließen wir das Konzert 2024 ausklingen und freuen uns schon auf 2025, wenn es wieder heißt „Herzlich willkommen in Mühlhausen“.
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